Berichterstattung über Islam in Deutschland

Ein Mann begibt sich in Lebensgefahr und erklettert eine Hausfassade, um ein an einem Balkon hängendes Kleinkind zu retten. Darüber war überall zu lesen. Dass er sich explizit auf seinen islamischen Glauben bezieht – darüber berichtet in Deutschland niemand.

Hätte der Mann das Kind vom Balkon geworfen anstatt es zu retten und sich dann auf den Islam bezogen – es gäbe vermutlich kaum ein Medium, daß nicht die Bezugnahme auf den Islam erwähnt hätte. Und daraus formt sich leider allzu häufig das Bild über den Islam unter Nicht-Muslimen: positives wird unterschlagen und negatives überbetont. Und dann muss man sich auch nicht wundern, wenn 74% der Deutschen finden, der Islam gehöre nicht zu Deutschland oder dass im Vertrauensranking von Forsa das Vertrauen in den Islam innerhalb von 3 Jahren von 27% auf 9% gesunken ist.

Unsere Meinung: Journalisten sollten dahingegen Verantwortung empfinden und wahrnehmen. Entweder eine Bezugnahme auf Religion wird generell weggelassen oder sie wird immer erwähnt – auch wenn jemand etwas gutes macht und sich auf seinen islamischen Glauben bezieht.

Und es bei negativen Dingen immer über zu betonen und es bei positiven Dingen wegzulassen wie in dem Fall in Paris ist leider nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel.

An Beispielen in Deutschland ist z.B. Yigit Muk zu nennen, der sich vom Problemschüler aufrappelte und 2012 Deutschlands bestes Abitur gemacht hat. In seinem Buch “Muksmäuschenschlau: Wie ich als Hauptschulproll ein Abi mit 1+ hinlegte” legte er dar, dass es nach dem Tod eines Freundes gerade der islamische Glaube und die Worte eines Imams waren, die in ihm die Energie und den Willen entfachte, seinem Leben eine Wende zu geben und ein dermaßen gutes Abitur zu erreichen. Von über ihn berichtende Medien wurde ihm gegenüber explizit geäußert, dass man dies doch weglassen und ein anderes Mal erwähnen könnte… Das andere Mal fand nur niemals statt.

Oder jüngstes Beispiel in Berlin war, dass eine Kopftuchträgerin einen 74-jährigen aus einem brennenden Auto rettete. Sie begab sich damit in Lebensgefahr und das als alleinerziehende Mutter. In dem Artikel in der Berliner Zeitung heißt es dann einfach nur lapidar, dass Vorbeifahrende den Fahrer aus dem Auto zogen. https://www.berliner-zeitung.de/…/polizeibericht-passanten-…

Preisfrage: Hätte eine Kopftuchträgerin das Auto angezündet statt jemanden aus einem brennenden Auto zu ziehen … wäre das Kopftuch wohl ebenfalls unerwähnt geblieben…?

Fazit: es gibt unter Muslimen wie auch unter Christen, Juden oder Atheisten solche, die gutes tun und solche, die schlechtes tun. Wir sind es unserem muslimischen Bevölkerungsanteil schuldig, dass wir nicht nur dann den muslimischen Glauben erwähnen, wenn es etwas schlechtes zu berichten gibt, sondern differenziert die ebenfalls differenzierte Wirklichkeit abbilden!

Übrigens: wir stellen Medien gerne einen Kontakt zu der Retterin her. Vielleicht wäre es ja auch einmal ein Bericht wert, den 74-jährigen zusammen mit seiner Retterin zu treffen und darüber zu berichten?

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